3 Falsche Fakten über Proteinpulver

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Proteinpulver in jeglicher Form und Farbe sind in den Schränken von jeder fitnessbegeisterten Person zu Hause. Wenn Besuch vorbei kommt und die Säcke voller Proteinpulver sieht, kann es oftmals vorkommen, dass der eine oder andere Kommentar dazu fällt.

„Das Zeug ist ungesund und kein Nahrungsmittel“, „Ich will nicht zu breit werden, daher nehme ich das nicht“ oder aber „Proteinpulver sind voller Zusatzstoffe“. Um in Zukunft eine passende Antwort auf solche Aussagen zu haben werden im folgenden Artikel einige falsche Fakten zerstört.

Falscher Fakt # 1: „Proteinpulver ist kein echtes Nahrungsmittel“

Zwar mag die Pulverform ein wenig irritierend wirken und dazu veranlassen das Proteinpulver nicht als Nahrungsmittel zu bezeichnen. Doch jegliche Form von Proteinpulver, sowohl vegan als auch aus tierischen Produkten, sind Lebensmittel. Molke-basierte Pulver sind ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Die Molke (engl. Whey) wird dabei nach der Käseherstellung aufgefangen und zu Molkeproteinpulver (bspw. Whey Protein Konzentrat) weiterverarbeitet. Auch pflanzenbasierte Protein wie bspw. Hanfprotein werden unter anderem im Zuge der Produktion von Hanföl als Nebenprodukt gewonnen. Eiklar-Pulver enthält als letztes Beispiel nur eine Zutat, nämlich das Eiklar. Lediglich wird die Form der Lebensmittel durch die Weiterarbeitung geändert, weil die Pulverform die weiteren Verarbeitungsschritte und Lagerung einfacher macht. Somit kann gesagt werden, dass an sich nichts Unnatürliches am Rohstoff ausfindig gemacht werden kann. Ein ähnlicher Prozess wird schließlich auch bei Kartoffelpüree Pulver im Supermarkt vollzogen, wobei Kartoffeln in einer instantisierten Form in Beuteln verkauft werden – weil es einfach bequemer für den Alltag ist.

Falscher Fakt #2: „Von Proteinpulver wird man so breit wie ein Schrank“

Das wäre sehr schön, doch so einfach ist es dann doch wieder nicht. Um diesen falschen Fakt aufzuklären muss man verstehen was Proteine sind und wie sie im Körper funktionieren. Proteine sind bekannterweise die Bausteine in unserem Körper. Das heisst über die Nahrung nehmen wir Menschen eine Vielzahl an Bausteinen auf, welche im Körper runtergebrochen werden in noch kleinere Bausteine: die Aminosäuren. Diese Aminosäuren, welche man sich als kleine Legosteine vorstellen kann, sind für jegliche Reparaturen und Baustellen im Körper essenziell. Da nicht nur Sportler, sondern auch Nicht-Sportler ständig durch ihre alltäglichen Aktivitäten Bausteine nutzen, ist es notwendig ständig Bausteine nachzuliefern. Das ganze kann am Bild eines Hauses verdeutlicht werden: Man stelle sich vor, dass man einen Haufen Ziegelsteine an einer Baustelle hinschmeisst, ohne dass man einen Bauplan noch die Bauarbeiter hat, um die Ziegelsteine zu verwerten. Ohne die beiden letzten Komponenten (Plan und Arbeiter) wird so schnell keine stabile Mauer errichtet werden. Ähnlich erfolgt es im Körper mit Proteinen. Wenn man einen Proteinshake nach dem anderen trinkt, ohne andere Faktoren für den Muskelaufbau zu berücksichtigen, wird man nicht automatisch Muskeln aufbauen. Für den Muskelaufbau sind stets noch zahlreiche andere Faktoren entscheidend, wie bspw. Trainingsreize und die Erholungszeit, wobei die Ernährung und die Proteinzufuhr eine zentrale Rolle einnehmen. Doch von Proteinpulver alleine wird man (leider) nicht zum muskulösen Covermodel eines Fitnessmagazins.

Falscher Fakt #3: „Proteinpulver sind voller Zusatzstoffe“

Die Zusammensetzung der Proteinpulver kann sich von Hersteller zu Hersteller stark unterscheiden. So kann man sagen, dass diese Behauptung teilweise ihre Berechtigung hat. In diesem Zusammenhang ist es also essenziell, dass man stets ein Auge auf die Zutatenliste der Proteinpulver wirft. Zu empfehlen ist, dass man sich für ein Proteinpulver entscheidet, welches eine kurze und transparente Zutatenliste führt. Transparent meint dabei, dass keine „Herstellerspezifische Mischungen“ (engl. proprietary blend) darin enthalten sind, da die Dosierungen und Inhaltsstoffe bei denen nicht immer ganz ersichtlich sind. Die Fragen die man sich beim Lesen der Zutatenliste stellen sollte ist die folgende: Erstens, kenne ich diese Zutaten, zweitens, welche Funktion erfüllt die Zutat im Pulver und drittens, möchte ich diese Zutat in meinem Proteinpulver haben? Wenn man die Zutat nicht kennt, sollte man im Internet recherchieren und herausfinden was es ist und wofür diese Stoffe in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt werden. Wenn sich herausstellt, dass Stoffe beigemischt wurden, um das Proteinpulver zu strecken (sog. Amino Spiking mit z.B. Taurin und Glycin), sollte man die Finger davon lassen und sein Geld anderweitig investieren. Ein gutes Beispiel für Transparenz und Ehrlichkeit stellt unser Reines Whey Protein Pulver in der Geschmacksrichtung Schokolade dar. Dieses enthält neben dem Molkenprotein-Konzentrat und Kakaopulver den Stabilisator Xanthan, den Süssstoff Sucralose, und das Instantisierungsmittel Soja Lecithin. Während das Xanthan für die Cremigkeit und die Sucralose für die Süsse sorgt, unterstützt das Soja Lecithin die Mischbarkeit. Somit steht fest, dass alle Stoffe ihre Berechtigung im Pulver haben und eine Funktion für den Konsumenten erfüllen. Wenn man aber auch diesen Stoffen Nein sagen will kann man sich für geschmacksneutrale Proteinpulver entscheiden, welche keine Süssungsmittel, Stabilisatoren oder Aromen enthalten.

 

Zum Autor:

Lukas Sitar studiert derzeit Business Innovation an der Universität St. Gallen in der Schweiz. Training und Ernährung sowie auch Genuss und Kulinarik sind seine Leidenschaften. Nebst vielen Stunden im Fitnessstudio findet man Lukas auch oft in der Küche wo er mit seinen kreativen Proteinrezepten die Brücke zwischen fitnessgerechter Ernährung und Genuss schlägt. Für weitere Inspirationen folgt ihm auf Instagram unter www.instagram.com/sitaar

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