Warum du deine sportlichen Fortschritte nicht wie am Anfang siehst

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Wir trainieren alle um etwas zu erreichen. Dabei soll das alles möglichst schnell gehen. Immer schneller, besser und stärker wollen wir werden.

Doch dabei ist klar: es ist nicht möglich, die Leistungsfähigkeit bis ins Unendliche zu steigern. Irgendwo sind die menschlichen Grenzen einfach erreicht. Sie determinieren sich durch Anlagen, durch den Trainingszustand und den Zeitpunkt des Trainingsbeginns des Trainierenden. Es ist ein Unterschied, ob man im Kindesalter anfängt Ballett zu tanzen oder erst mit über 30 Jahren damit beginnt.

Warum das so ist

Fängt eine untrainierte Person mit dem Training an, stellt sie fest, dass sie sehr schnell Erfolge feiern kann. Schafft man beim ersten Mal Joggen nur 10 Minuten am Stück zu laufen, sind es beim zweiten Mal schon 15 Minuten. Das liegt daran, dass bei untrainierten Personen viel Luft nach oben ist. Der Körper ist noch lange nicht an seiner Leistungsfähigkeit angelengt, wahrscheinlich noch nicht einmal in der Nähe.

Spitzensportler hingegen brauchen unter anderem Jahre um noch Verbesserungen zu erreichen. Dies kann man vor allem beispielsweise bei Athleten und Spitzensportlern auf hoher Ebene beobachten. Hier unterscheiden sich die Bestzeiten der Sportler, zum Beispiel beim 100-Meter-Lauf, nur um wenige Zehntel Sekunden. Anders als Anfänger sind diese Sportler schon so nahe an ihrer biologisch determinierten Obergrenze angekommen, dass kaum bis wenig Spielraum nach oben vorhanden ist.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der anfängliche großer Erfolg nicht immer so anhalten kann. Es gilt: Je höher das Leistungsniveau bereits ist, desto schwieriger ist es Verbesserungen zu erzielen.

Der menschliche Leistungsbereich kann in verschiedene Bereiche gegliedert werden

Der untere Bereich (bis 20-30% der Leistungsfähigkeit) wird automatisch genutzt und umfasst alle alltäglichen Leistungen.

Bis ca. 80% sind dann willkürlich abrufbar, zum Beispiel durch Training. In Einzelfällen sind 90 % der Leistungsfähigkeit zu erreichen. Um an die 90% heranzukommen, muss aber schon sehr hart trainiert werden und das über einen längeren Zeitraum hinweg, wie es bei Spitzensportlern der Fall ist

Beim willkürlichen Training, auch wenn du dich noch so bemühst, wirst du nie 100 % deiner Leistungsfähigkeit nutzen können. Aber warum ist das so und was passiert mit den restlichen 10%?

Schon einmal gehört, dass eine Mutter ein Auto hochgehoben hat um ihr Baby zu retten? In genau solchen Situationen kommen diese 10% zum Einsatz. Sie sind Notreserven und sind nicht willkürlich steuerbar! Das heißt, du hast keine Kontrolle über diese Notreserven. Sie werden nur in Extremsituationen durch Wut, Angst und Überlebenswillen ausgelöst.

Diese „übriggebliebenen“ 10% sind auch der Grund warum Doping möglich ist. Durch Doping wird das Abrufen dieser Notreserven künstlich herbeigeführt. Die WILLKÜRLICH abrufbare Leistungsfähigkeit wird so erhöht.

Fazit

Wenn es in deinem Training also nicht mehr so schnell voran geht, wie es zu Beginn deines Trainings der Fall war- keine Panik. Das ist völlig normal. Nur wenn du über einen längeren Zeitraum überhaupt keine Veränderung mehr wahrnehmen kannst, solltest du deine Ernährung und dein Training überdenken, schauen was vielleicht nicht optimal ist, und Änderungen vornehmen.

Lass dir die Motivation von einem langsameren Fortschritt nicht nehmen. Fortschritt ist immer noch Fortschritt und geht in die richtige Richtung!

 

Zur Autorin:

Dana Richter hat vor kurzem ihre B-Lizenz im Fitnesstraining abgeschlossen und studiert derzeit Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Training und Ernährung sind ihre beiden größten Hobbies – demnach findet man sie meist entweder im Fitnessstudio, wo sie beim Krafttraining alles gibt, oder in ihrer Küche, in welcher sie verlockende und vor allem gesunde High-Protein Leckereien kreiert.

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